Die langen Ferien

Video mitenand
Zürich

1983, Realisation: Magrit Bürer und Heinz Nigg, 42 Min., U-matic low band, Farbe, 13 Min. (Auszüge), Original zu beziehen von www.av-produktionen.ch

Ein Buschauffeur, ein Dachdecker und Hafner, eine städtische Verwaltungsangestellte, ein PTT-Beamter und ein Lokomotivführer stehen kurz vor der Pensionierung. Sie erzählen von ihren Zukunftsvorstellungen und Wünschen. Wie es nach der Pensionierung tatsächlich aussehen könnte, zeigen vier Spielfilmszenen: Heimweh nach der Arbeitswelt, auf der Suche nach einer interessanten und befriedigenden Tätigkeit, Veränderung im täglichen Eheleben.

Spielszene in der Küche, Ehefrau (F) und Ehemann (M)
F    Was machst du hier mit zwei Löcherbecken?
M   Du siehst ja: Apfelschnitze machen, das gibt Apfelmus.
F    So viel Geschirr für ein bisschen Apfelmus?
M   Das muss nicht deine Sorge sein, lass mich nur machen. Ich habe mein System: Die Äpfel werden geschält und hier hineingelegt, nachher werden sie verschnitten und dort hineingetan. Du wirst schon sehen. Und diese Becken reinige ich dann schon selber.
F    Ja, dann ist gut.
M   Da musst du keine Angst haben.
F    Kann ich gleichwohl mit Kochen beginnen?
M   Ja natürlich, wenn du genügend Platz findest.
W   Ja, es geht.
M   Sonst kann ich mich auch auf die andere Seite des Tischs setzen. Was gibt es Gutes?
F    Haferflocken-Tätschli.
M   Das schmeckt. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Das ist gut, gesund und erst noch billig. Kommst du an mir vorbei zum Küchenschrank?
F    Wo ist jetzt auch das Aromat [Würzmittel]?
M   Das kann ich doch nicht wissen, ich bin ja nicht der Küchenchef! Du musst es wissen, wo das Zeugs ist.
F    Du hast aber gestern Salatsauce gemacht.
M   Ich?
F    Ja, Du.
M   Ja, das stimmt. Wo habe ich das schon wieder hin getan? Schau mal da drinnen (F sucht im Küchenschrank). Ah siehst du!
F    Das Aromat steht seit Jahr und Tag dort oben, an das bin ich gewohnt!
M   Ja also, aber wegen dem musst du nicht gerade bucklig tun [nerven]. Jetzt hast du ja das Aromat.

Spielszene beim Essen
F    Weisst du was? Jetzt beginne ich dann wieder mit Teppich knüpfen, wenn ich weniger in der Küche zu tun habe.
M   Von mir aus, das kannst Du machen. Dann gehe ich jeweils in den Ausgang: Jassen [Karten spielen] oder sonst etwas Blödes.
F    Nein, ich meine, wenn du in der Kocherei mithelfen würdest.
M   Aha, ja. Also ich stehe schon ganz in die Küche.
F    Aha.
M   Aber dann darfst du nicht mehr hereinkommen.
F    Man wird schon essen k.nnen, was Du kochst (beide lachen).
M   Das will ich hoffen. Man darf einfach nicht zu heikel sein.
F    Kein Zucker an den Salat, bitte schön!
M   Ich streue keinen Zucker an den Salat in der Schüssel, nur in meinem Teller.
F    Also, dann werden wir uns ja schon einig. Nimmst du noch etwas Salat?
M   Ja gerne.

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